Kiefergelenksprobleme


auch unter folgenden Synonymen bekannt: Kiefergelenksbeschwerden, Myoathropathie, Kiefergelenksknacken, Kopfschmerzen, Nackenbeschwerden, Ohrenschmerzen, Costensyndrom


Multitalent Kiefergelenk

Das Kiefergelenk ist das komplizierteste Gelenk des Menschen. Tagtäglich arbeitet es viele hundert Male: beim Kauen, Sprechen, Schlucken.

Es verbindet den Unterkiefer mit dem Schädel und kann sich dabei in allen drei Achsen bewegen und zudem sogar noch eine Translationsbewegung ausführen, etwa wenn man den Unterkiefer verschiebt. Das Gelenkköpfchen ist mit dem Finger fühlbar, wenn man den Finger vor das Ohr legt und den Mund auf und zu macht.

Durch seine Komplexität ist es jedoch auch sehr anfällig.


Welche Probleme können auftreten?

Die Probleme können unterschiedlicher Natur sein. Die Beschwerden machen sich bemerkbar in Form von Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Nackenschmerzen, Schulterschmerzen, Taubheitsgefühl in Armen und Fingern, eingeschränkter Nackenbeweglichkeit, Tinnitus, Halsempfindlichkeit, Zungenschmerzen, Kiefergelenkschmerzen, Bewegungseinschränkung des Unterkiefers, Migräne, Augenschmerzen, Schwindel.

Oft hört man ein Knacken beim Öffnen bzw. Schließen des Mundes oder beim Kauen. Oftmals ist es allgemein schwierig den Mund überhaupt zu öffnen.


Warum kommt es zu Kiefergelenksproblemen?

Die Ursachen für Kiefergelenksprobleme können vielfältig sein: eine plötzliche Überlastung beim Kauen, ein Unfall, ungleiche Okklusionsverhältnisse oder Knirschen (oft durch Stress ausgelöst).


Wie kann man Kiefergelenksprobleme therapieren?

Eine wirksame erste Behandlungsmaßnahme ist eine sogenannte Michiganschiene. Diese ist meistens aus einem weichen Material gefertigt und wird später evtl. durch eine klassische Aufbissschiene ersetzt. Die Schienen werden während der Behandlung mindestens nachts getragen oder nach Möglichkeit 24 Stunden.


In der Regel liegt bei Kiefergelenksproblemen eine Verkrampfung der Muskulatur zugrunde, ähnlich wie wir sie im Rücken kennen von längerer Gartenarbeit in gebückter Haltung.

Die Michiganschiene/Aufbissschiene hilft die Muskulatur zu entkrampfen und zu entspannen. Dieses bringt deutliche Besserung. Stress muss auf jeden Fall vermieden werden. Die Behandlung kann mit Muskelentspannenden Medikamenten und Therapien (Massagen beim Physiotherapeuten) begleitet werden.


Weitere Auswirkungen bei nicht-therapierten Kiefergelenksproblemen

Mit Kiefergelenksproblemen geht regelmäßig auch eine Schiefhaltung der Wirbelsäule einher. Daher ist eine definitive Therapie nur möglich unter Hinzuziehung versierter Orthopäden und Krankengymnasten damit die Muskulatur symmetrisch ausgerichtet werden kann.


Was kann eine Behandlung erreichen?

Das Behandlungsziel ist ein gesundes Kiefergelenk (ohne Knacken und ohne Beschwerden) mit geradem Rücken und einer guten Okklusion und Artikulation.


Bespiel für eine Knirscherschiene

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